Sonntag, 21. Juni 2009

Wir ziehen um.....



Liebe Bartenders Lab Leser,

Wie schon auf dem GSA Blog beschrieben, wird der Bartenders Lab Blog und der GSA Blog fusionieren. Beide alten Blogs werden ab sofort nicht mehr weiterlaufen, aber mit allen Posts umziehen auf eine neue Seite.

Ab sofort werden wir zu finden sein auf:

www.Bartender-Lab.com

Ziel dabei ist es höhere Post Frequenz durch diverse schreibwütige Authoren zu erziehlen.
Dadurch, dass alle Authoren völlig verschiedene Stilrichtungen vertreten. Wird die Variation angekurbelt...

Man darf gespannt sein....

Mittwoch, 17. Juni 2009

TROCKENE SCHOKOLADE


Vergangene Woche war ich bei der Mozart Distillerie in Salzburg um ein neues Produkt auf seine Mixabilität zu testen. Mozart dry ist der Name einer bisher nicht verfügbaren Spezialität. Die innovative Firma aus Salzburg hat dafür ein eigenes, neues Destillationsverfahren erfunden, das allerdings noch streng geheim ist. Einfach übersetzt ist Mozart dry ein Destillat aus dem Mozart Dark Chocolate Likör, besitzt ein wunderbar edles Bitterschokoladenaroma in der Nase wie auf dem Gaumen und ist sehr schön trocken und fein ausgewogen. 

 

Zusammen mit Dominik Falger aus der Widder Bar in Zürich und Florian F. Iro von der Mozart Distillerie experimentierten wir zwei Tage um der Spirituose würdige Rezepte zu finden. Es war eine Riesenfreude allein schon die Basisspirituosen von beliebten Klassikern mit Mozart dry zu ersetzten, alle behalten Saft und Kraft und werden getragen von einem unaufdringlich trockenem Schokoladenaroma. Mojito und Julep waren hierbei ganz weit vorne.

 

Zwei meiner Favoriten möchte ich euch vorstellen:

 

TABULA RASA (formerly known as Chocolate Negroni)

 

3cl Mozart dry

2cl Campari

2cl Carpano Antica Formula

Orangezest

 

Use Tumbler, build up on ice, stir, garnish with orange zest.

 

 

TOO MANY FLAVOURS (Old Fashioned Style)

 

4cl Elements 8 Gold

2cl Mozart dry

Sugarcube

TBT Jerry Thomas Own Decanter Bitters

Orangezest

 

Use Tumbler, soak sugarcube with Bitters, add rum and mozart dry, stir until sugar is dissolved, add ice and stir & again & again till glass is full filled. Garnish with orange zest.

 

 

Das Produkt kommt demnächst auf den Markt und war beim ersten Kontakt schon mehr als nur interessant. Ich bin gespannt auf eure ersten Erfahrungen damit.

Montag, 8. Juni 2009

Summer Drinks 2009 - Heute - "Lucky Lighting Bug"


Sehr geehrte Damen und Herren,

Heute ein weiterer Summer Cocktail, mit einem Likör, der heutzutage ein wenig polarisiert. Die eine Fraktion liebt diesen Japanischen Melonen Likör, die anderen hassen ihn, da ich vor ein paar Wochen einen Aufruf zu Likören gestartet habe, die nun überhaupt nicht gehen, ist das erste Produkt heute nun Midori, ein Produkt was man nicht in einer Bar stehen haben sollte.....

by the way - der Lighting Bug hat sich an 3 vollen Tagen über 30 Mal verkauft....
Der Name wurde ihm von Gästen gegeben, da er im dunklem leuchtet!

"Lucky Lightening Bug"
4cl Midori
3cl Sake Chourou Langes Leben
2cl Holunderblütensirup
3cl Limettensaft

shaken on ice, abgeseiht auf crushed ice...

Sehr sehr lecker! Den Sake kann man in diesem Falle gerne auch mit Wodka oder Gin ersetzen, wenn man es etwas kräftiger haben möchte...

sehr zum Wohle!

Donnerstag, 4. Juni 2009

videoHier sieht man wie man einen Mojito in einer bekannten Bar auf Cuba macht....Doch wie wird der "beste" Mojito gemacht? Was ist ein massenkompatibler Mojito? Welche Minze passt am besten? Sollte die Minze gestoßen oder geklatscht werden? Welcher Zucker passt am besten? Wieviel Rum sollte in den Mojito?

Schon vorher im Gespräch mit Thorsten kamen wir zur Erkenntnis, dass der Mojito eigentlich eine Daiquiri Limonade mit Minze ist, ist dem Wirklich so? Sollte man einfach einen Daiquiri Machen und diesen auf Würfeleis und angeklatschte Minze abseihen?
Der GSA Blog war diese Woche mehr Bartender Labor als wir selbst! Es gab erstaunliche Ergebnisse... hier gehts zum GSA Blog

Dienstag, 2. Juni 2009

Ladys & Gentlemen it's time for some more flair!

videoEs ist schwerer als es aussieht, allerdings lohnt es sich dies zu üben ....Vorsicht Schankverlust! Am besten fängt man mit einer Leeren mit Wasser aufgefüllten Pouring Flasche an...

Viel Erfolg!

Sonntag, 31. Mai 2009

It's Sunday Funday oder - So ist Berlin! Die unglaubliche Wahrheit ;)!

Gestern war es der Sonderzug nach Pankow, heute ist es die U2. Es ist übrigens bei diesem Video Niemand verletzt worden....


video

Samstag, 30. Mai 2009

Giffard - Menthe de Pastile und ein Chateau zum träumen


Habe ich im süden von Frankreich gesungen und besonders den Herren neben mir extrem verstört? Nein... dies ist ein Auszug einer sehr kurzweiligen und lehrreichen Fahrt zu Giffard in den Süden Frankreichs....

Mehr dazu nächsten Montag.....

Freitag, 29. Mai 2009

Die Geschichte meines Lieblingsdrinks.....


Vor ein paar Tagen habe ich bei einem Gespräch auf der Reise Nach Giffard erfahren wo der Ursprung des Americanos liegt....

.....da ich diesen Drink liebe und ihn überall (am liebsten mit Aperol) bestelle wollte ich sehr sehr gerne über die Geschichte berichten....

....jemand 3 KM weiter ist mir allerdings in diesem Falle ein wenig zuvorgekommen. Sehr einfache aber doch interessante Geschichte wie ich meine.... hier gehts weiter
Als ich die Tage bei Giffard in der Destillerie begeistert der Produktion der hochwertigen Liköre und Sirups zuschaute kam die Frage in mir auf, wieso Giffard keinen eigenen Falernum herstellen würde, schließlich wäre die Nachfrage sicher groß....
Die Antwort war schlicht und einfach, jeder Bartender, der mit Falernum arbeitet stellt seinen eigenen her und richtet ihn nach seinem eigenen Geschmack aus...

Der Mann hat Recht! Auch bei uns in der Shochu Bar machen wir unseren Hausgemachten Falernum. Hier ist das Rezept:

SHOCHU BAR HOMEMADE FALERNUM:

2 Litres Bacardi 8 jahre oder Rum nach Wahl, am besten mit leichten Mandelnoten
20 Gewürznelken
Schalen von 21 Limetten
86 Gramm Ingwer in hauchdünne Scheiben geschnitten

Diese Zutaten werden nun in ein Einmachglas eingelegt und für 3 Tage stehen gelassen.

Nach 3 Tagen wird der speziell für den Falernum hergestellte Mandelsirup hinzugefügt.
Wie man diesen einkocht, erfährst Du hier in.....

....3 Tagen....

Donnerstag, 28. Mai 2009

Kleines Quiz am Morgen vertreibt Kummer und.....

Lieber Bartenders Lab Leser,

3 Mal darfst Du raten um welchen Gin es sich hier handelt den Dr.House hier seinen Kumpel vorstellt.... Wenn hier jemand spanisch kann, wäre es sehr interessant auch zu erfahren, was Die beiden bereden...
video

Mittwoch, 27. Mai 2009

EDINBURGH


Heute möchte ich Euch zu einer kleinen Runde durch Edinburgh einladen. Die 2 Stunden Flug mit Easy Jet von München aus hätte ich schon viel früher in Kauf nehmen sollen, Edinburgh ist wirklich eine sehr charmante Stadt. Seine Sammlergier kann man hier zur Genüge befriedigen. Unzählige Antiquariate mit Büchern und was unsere Herzen sonst noch so höher schlägen lässt. Flüssiges für den Heimbedarf bekommt man bestens sortiert bei "Royal Mile Whiskies" direkt an der Royal Mile, die hoch zum Schloss führt. 

Eine der ersten nennenswerten Bars war das "Monteith's" (61 High Street). 


Sehr schön und mit viel Designklassikern ausgestattet bekommt man hier von einem sehr jungen, freundlichen und fachlich sehr professionellem Team ausgefallene Eigenkreationen serviert. Neben einer eigenen Sazerac-Interpretation im Super-Brandy-Ballon und einer Julep-Variante mit dunklem Mascovado Zucker, Minze, Pflaume (gemuddlet) und Buffalo Trace Bourbon mit Peach Brandy getoppt hatten wir einen sehr interessanten weiteren Drink:

mai pen rai (you're welcome)

frischer Ingwer mit einem Rosmarinzweig muddlen
2oz Mekhong
1oz fresh lemon
0,5oz simple sirup
0,5oz D.O.M. Benedictine
shake and strain into Cocktailglass
mit Rosmarinzweig dekorieren

und noch einen sehr leckeren Drink an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnern kann. Apfelstücke wurden auf einem Teller mit braunem Zucker und einem Bunsenbrenner karamellisiert. Dann in den Shaker gegeben und gemuddlet. Scotch Whisky, frischer Zitronensaft, Eis und kräftig shaken. Fine strain in eine Cocktailschale und mit einer Zimtstange dekoriert. 


Eine sehr gute Adresse mit einer unglaublich grossen Whisk(e)y Auswahl ist die Albanach Bar (High Street). Hier bekamen wir auch einen perfekten "Whisky Mac" mit Stone's Green Ginger Wine. Der 1972er (immer auf der Suche nach meinem Geburtsjahrgang!) Glenfiddich wie auch der Rest des riesigen Whisky Angebots gibt's hier zum Spotpreis. Einfachere Standard Whiskies sind hier bereits für 2 engl. Pfund zu erwerben. 


Auf der George Street befindet sich neben unzähligen anderen Lokalen, Pubs, Bars und Restaurants "The Dome". Nach der freundlichen Begrüssung durch einen mit Frack und Zylinder ausgestatteten Doorman durchquert man die edle Empfangshalle und kommt in den Hauptraum, in dem einen klar wird warum das hier "The Dome" heisst. 


Eine riesige goldene Kuppel wacht über der Hauptbar, die allerdings wenig einladend wirkt und mehr wie eine überdimensionale Getränkeausgabe für die darum angesiedelten Tische daher kommt. Wir verziehen uns in den dunkleren und kleineren Club Room nach nebenan und lernen einen sehr netten Kollegen aus Köln kennen, der dort an der Bar arbeitet. Mit noch mehr Tips für den weiteren Abend in der Tasche ziehen wir weiter.


Das "Bramble" on Queens Street war die absolut beste Bar die wir kennengelernt haben. Einfach, aber mit viel Liebe zum Detail eingerichtet bekommt man hier perfekt gemixte Drinks. Der Laden ist richtig voll mit einem sehr angenehmen Publikum, das auch ausschliesslich Drinks ordert. Ich habe nur wenig Bier und eigentlich gar keine alkoholfreien Getränke über den Tresen gehen sehen. 


Den Laden rocken drei Mädels und ein Kerl. Alle gutaussehend, sehr freundlich und sehr, sehr fach-gebildet. Wir bekamen perfekt zubereitete Old Fashioned Varianten und Klassiker wie den "Corpse Reviver No.2" ohne zu zögern. Die Frage mit welchen Bitters, mit welcher Spirituose oder welchem Ginger Beer oder Tonic man seinen Drink haben möchte sind hier so selbstverständlich wie anderswo die Frage ob man Rotwein oder Weisswein möchte. 


Zitronensaft wird a la minute zubereitet und auch der Rest der Bar ist perfekt organisiert, es ist eine wahre Freude dieses Team bei der Arbeit zu sehen. Es war auch die einzige Bar, in der wir statt "einem" Drink "vier" hatten. Gute Arbeit wird belohnt, sag ich immer.


Am Ende der Strasse findet man versteckt in einer Stadtvilla das "Hawke & Hunter". Ein Konzept das sich über drei Etagen eines wunderschönen Altbaus erstreckt. Empfangsdesk in der Lobby, 2 Restaurant Bereiche im Erdgeschoss, eine grosse Bar im ersten Stock mit gegenüberliegender Lounge die von einem Dj beschallt wird und im zweiten Stock eine reine Whisk(e)y Bar nebst Billiard Raum. Alles perfekt durchgestylt. In der Whisk(e)y Bar (wo es wirklich nichts anderes gibt) kann man in der Regel Herrn Müller begrüssen, dessen letzte Wirkungsstelle mein heissgeliebter "Rum-Trader" in Berlin war. Leider hat er sich den Fuss gebrochen und war an diesem Abend nicht da. Gute Besserung an dieser Stelle.


Natürlich ist Edinburgh auch ein Eldorado für gute Pubs. Mit am besten hat mir das "Sandy Bell's" gefallen. Urig und gut. Mit einem Tisch über den ein Schild hängt "for musicians only". Und an diesem Tisch sitzen dann auch wirklich einige Musiker und jammen Folk Songs vor sich hin. Ein sehr cooles Ambiente. Dass frische Austern zusammen mit Guinness ein besonderer und grosser Genuss sind, weiss man spätestens nach einem Besuch im "The Cafe Royal Oyster Bar" (17 West Register Street).


Andere Pubs überzeugen alleine schon anhand ihrer Namen oder wunderschönen Aussenfassaden.


Edinburgh war in jedem Moment, den ich dort verbringen durfte ein Highlight. Vom Adrenalin getrieben durch Antiquariate und Schnapsläden bis hin zum letzten Gute Nacht Guinness an der Hotelbar.

Sonntag, 24. Mai 2009

Summer Drinks 2009 - Heute - "Shiso Girly"

Der Summer Drink der Woche ist ein Drink mit dem Tasting Sieger der Shochu Master Class bei Mixology. Der Shiso Mädchen Shochu ist nicht nur leicht und samtig, sondern dazu würzig und elegant. Man könnte sagen, man verleiht einem Drink einen Hauch von Shiso....

Als Partner für diesen Shochu eignet sich der Mangalore Likör von Giffard. Die Komponenten, Kardamom, Zimt und Chili harmonieren hervoragend mit Shiso und werden durch einem Dash Orange Bitters und den Aromen der Orangenschale fruchtig abgerundet....

KAMPAI!

Shiso Girly
40 ml Shiso Mädchen
20ml Mangalore
1 Dash Fee Brothers Orange Bitters
Orange Twist

Gerührt auf Eis abgeseiht in eine Cocktailschale....

Die nächsten 2 Tage werde ich in Frankreich bei Giffard verweilen, werde in die große weite Welt der Liköre eintauchen, was mich da besonders interessiert, welche Liköre oder Produkte sind absolute Ladenhüter bei Euch in den Bars? Welcher Likör ist ein absolute no go?
Die meisten Bartender bekommen bei Blue Curacao Brandblasen an den Händen.
Genau diesen Likör werde ich die nächsten Wochen unter die Lupe nehmen und versuchen etwas schmackhaftes erfrischendes daraus zu machen....

Welche Liköre oder Spirituosen hätten es noch verdient ausprobiert zu werden?

Samstag, 23. Mai 2009

Kokain in Red Bull Cola? Deutschland nimmt die Cola vom Markt!



Laut "Bild" wird die erst kürzlich auf den deutschen Markt gebrachte Cola wieder aus dem handel genommen....

"Stein des Anstoßes ist das dekokainierte Cocablatt-Extrakt, das dem Getränk beigemischt wird. Eine Untersuchung des nordrhein-westfälischen Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit (LIGA) hatte daher den Aufputsch-Trunk untersucht und „in der Tat Spuren von Kokain gefunden“, so Bernhard Kühnle vom hessischen Bundesverbraucherministerium."

Mehr dazu auf Bild.de

Sind jetzt all unsere Haartests positiv? ;)

Donnerstag, 21. Mai 2009

Spread the love.....

Wer ist auf dem Foto auf diesem Artikel des neuen "Focus" Magzines zu sehen? Ja richtig! Es ist Ludovic Miazga. Dieser Herr hatte den kurzweiligen Beitrag über Vermouth im Le Lion im Februar abgehalten. Sein "spread the love" blieb vielen noch lange in den Ohren....

Oben sind sind seine persönlichen 6 wichtigen Punkte für einen guten Cocktail zu lesen....

Mittwoch, 20. Mai 2009

OLD PULTENEY


Old Pulteney, benannt nach seinem Gründer Sir William Johnstone Pulteney ist die nördlichste Destillerie des schottischen Festlands. Mit einer kleinen Propellermaschine landen wir an dem winzigen Airport in Wick und ein bis zum Hals tätowierter Taxifahrer bringt uns an den Ort, an dem bereits seit 1826 Whisky gebrannt wird. 

Der Destillery Manager Malcolm Waring empfängt uns warmherzig, begrüsst uns und fragt mich nach einem kurzen prüfenden Blick "Ain`t you working at Schumann's?". Jetzt wusste auch ich, woher er mir bekannt war. Während den Whisk(e)y Festen in München war er stets mit anderen namhaften Master Destillern bei uns in der Bar zu Gast gewesen und wir hatten immer einen Riesen Spass. Welch ein Zufall. Da hat natürlich sofort die Chemie gestimmt und wir konnten uns auf eine sehr interessante Führung durch die Destille gefasst machen.

Die Destillerie wurde 1826 während des grossen Hering Booms gegründet. Zu dieser Zeit war Wick nur auf dem Seeweg zu erreichen und die Boote brachten Gerste mit und verschifften den fertigen Whisky. Die meisten der damaligen Destillerie Arbeiter waren auch Herings Fischer.

Durch den Hering Boom kamen zur Saison ca. 7000 fremde Arbeiter nach Wick und verwandelten den Ort regelmässig in ein gesetzloses Schlachtfeld. Es wurden täglich rund 500 Gallonen Whisky vernichtet und das Militär und Kanonenboote mussten für Frieden sorgen. Als die Situation sich immer weiter zuspitzte, verhängte die Regierung eine Prohibition für den Ort. Diese wurde erst 1947 wieder aufgehoben und Old Pulteney begann wieder zu brennen.

Als erstes durften wir die süsse gemälzte Gerste kauen, die anschliessend zermahlen vermaischt wird. Alle Stufen der Whisky Herstellung sind sehr nah und intensiv zu erleben, da es sich hier um eine sehr kleine und kompakte Anlage handelt. Wir sind genau bei der neuen Füllung des Maischebottichs dazu gekommen. Anschliessend kommt man zu den 6 Gärtanks, die wechselnd immer 6 verschiedene Stufen der Gärung beinhalten, um kontinuierlich brennen zu können. Vom fertig vergorenen "beer" durfte ich einen grossen Schluck direkt aus dem Gärtank nehmen. Total abgefahren. Warm, würzig, Gerstensüsse und und Noten eines Bieres das man in der Sonne vergessen hat. Auf den Einsatz von Computern wird hier komplett verzichtet. Alles wird von Hand erledigt und geregelt. Einfache Glasthermometer dienen zur Überwachung der Gärtanks. Beim Brennraum angekommen fällt einem erstmal die erste Destille, die "wash still" auf, die keinen Schwanenhals hat, sondern mit einem improvisierten Rohr aus der Mitte des Halses mit der nächsten Pot still verbunden ist. Als die neue "wash still" in den Fünfziger Jahren angeliefert wurde und nicht durch die Tür passte, haben sie damals entschieden, den Schwanenhals einfach abzusägen. Auch der "kiln" in dem die Gerste noch selbst gemälzt wurde, wurde damals aus der Destillerie verlegt. "They did a lot of strange things in the 50's" bemerkte Malcom Waring schmunzelnd. Nach dem Brennraum kommt man unter die "stills", wo die Befeuerung durch Wasserdampf stattfindet. Direkt daneben die Kühlanlage um das Destillat zu kühlen. Im nächsten Raum eine wunderschöne Apparatur mit Sichtfenstern wo man den Babywhisky plätschern sieht und hier von Vor- und Nachlauf getrennt wird. Nach der Besichtigung der Abfüllanlage gehts noch rüber in eines der 6 Warehouses in denen dann der feine Brand, der eine unglaubliche Leichtigkeit und Fruchtigkeit besitzt, ruhen kann. 

Dann gehts in den Tasting Room. Vom 1990er wird eine Probe direkt aus dem Fass genommen. 57,7% und immer noch frisch und knackig. Nach ein paar Tropfen Wasser öffnet er sich und wird voller. Ein sehr angenehmer Dram. Der 95er kommt trotz weniger Prozenten deutlich kräftiger daher. Ein besonderer Genuss war der 1972er (mein Geburtsjahrgang) der nach 37 Jahren mit 51% abgefüllt wurde. Im Standard Portfolio befinden sich der 12y, 17y und 21y, die alle sehr angenehm zu trinken sind. Vor allem der 12y ist sehr leicht, angenehm salzig und gefährlich gut zu trinken. Alle Whiskies sind ungetorft und in gebrauchten Bourbon Fässern gelagert. Mit Ausnahme des 17y, welcher zusätzlich eine kleine Runde im Sherry Fass schlummern durfte.


Dienstag, 19. Mai 2009

Ladys & Gentlemen it's time for some flair!

Linksbündig
Flair erleichtert uns in gewissen Situationen die Arbeit indem man die Arbeitswege schneller und fließender macht. Ich habe einmal an einem Kurs mit Levent Yilmaz mit gemacht und war begeistert...Allerdings merke ich heute, dass Flair übungsbedürftig ist. Wer nicht täglich ein wenig übt verlernt dies schnell. Allerdings gibt es auch ein paar einfachere Kniffe und Tricks.

Hier das erste Video zum selber lernen:


video

Montag, 18. Mai 2009

Summer Drinks 2009 - Heute - "Magic Water"


Der Summer Drink geht heute in die sehr würzige Richtung und sollte von Bartender je nach Preferenz selbst der Süße wegen abgeschmeckt werden.

Magic Water:
15 Dash Aromatic Bitters nach Wahl
4-6 cl Zuckersirup

2 cl Zitronensaft frisch gepresst
fill up mit Soda Water

Dieser Drink hilft auch sehr gut bei Magenschmerzen oder anderen Magenproblemen.

Sehr zum Wohle!

Montag, 11. Mai 2009

Tee in Cocktails - Der neue Trend?




Vor ein Paar Wochen gab es das Thema Tee in Cocktails schon einmal auf Mixology.eu zu lesen....
Es wurde sich gefragt ob man mit diesem vorgestellten tee mixen könne...Jörg Kalinke hat den Beweis beim Amarula Cup angetreten....
Vor kurzem auf der Barzone.....
Mit wenig Schlaf....
Hängende Augenlieder, Drang nach Neuigkeiten und diversen Personen, mit denen man sich unbedigt unterhalten wollte....
Als ich Eyck Thormann am Samova Stand begrüßte, war ich mir sicher, dass die Drinks die er dort mit Tee zauberte sicherlich erfrischend, vor allen Dingen aber belebend sein könnten.
Da ich dem intensiven Brennen in meinen Augen entgegen wollte entschloss ich mich einen alkoholfreien Drink zu probieren. Ich muss sagen, ich habe selten einen solch erfrischenden Drink genossen wie diesen. Sofort war mein Interesse geweckt, schließlich arbeiten wir in der Shochu Bar sehr viel mit Tees in Cocktails. Als Begrüßung wird dem Gast ein Wöchendlich wechselnder Tee gereicht....

Vielleicht lag der überraschend kräftige frische Geschmack an dem frisch gepressten Saft oder an einem exzellenten Sirup? Gemischte Tees sind für mich eigentlich ein rotes Tuch, meist sind sie billig, komerziell und flach....Im Gespräch mit Esin Rager merkte ich jedoch schnell, dass mehr dahinter steht. Genauso wie ich gerne Aromen von fernen Ländern versuche in Drinks wider zu spiegeln tut sie dies mit Ihrem Tee. Sie interpretiert bestimmte Themen wie z.B. "Istanbul Nights" bestehend aus darjeeling, ceylon und orientalischen Gewürzen aus Ihrem Blickwinkel. Da ich selber in der Türkei gelebt habe war ich sofort angefixt....das Aroma war zum dahinschmelzen.

Wir unterhielten uns weiter....Ich bin auf der Suche nach einem Tee mit grasiger Algennote. Mit dem "Scuba Garden" bin ich mit den Zutaten Spirulina Algen, grüner Rooiboos und Cranberries fündig geworden. Während des Gespräches kam mir sofort die Idee diese wunderbar aromatischen Tees im Shochu als Infusion zu benutzen. Genau dies werde ich morgen tun...Ein passender Drink aus dem Buch von Eyck abgewandelt auf Shochu Bar Style wird folgen....

Am Stand habe ich mir dann auch das Buch von Samowa "Tee Cocktails" gekauft. Ein paar Rezepte werde ich in den nächsten Tagen mal ausprobieren. Besonders auf den Americano als Tee Cocktail bin ich sehr gespannt....Eyck hat in diesen Buch mehrere Klassiker mit Tee neu interpretiert....Ob das schmeckt? Ich bin sehr gespannt!!!


Ich werde mich auf jeden Fall mal die nächsten tage auf den Weg in den Samova Shop "4010" im Telekom Shop in Mitte machen...

4010 – Der Telekom Shop in Mitte
Alte Schönhauser Straße 31
10119 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag - Mittwoch
13:00 - 20:00 Uhr Donnerstag - Samstag 12:00 - 20:00 Uhr

www.samova.de


Daher mehr zu diesem Thema - nächste Woche....

Gestern war Kirschblütenfest - Jetzt wachsen die Kirschen!



Vor zwei Wochen war ich auf dem Kirschblütenfest in Werder, nahe Berlins....Nachdem ich festgestellt habe, dass Infusionen im Wein hier Gang und Gebe ist, Erbeerweine, Rhabarberweine und Pflaumeninfusionen und sogar Apfelwein hier einen riesigen Absatz finden, freute ich mich innerlich, dass bald wieder Kirschenzeit ist. Man darf sich wieder auf eingelegte Kirschen zum Manhatten freuen. Auf viele raffinierte Rezepturen oder einfach nur eine perfekter Snack zum Manhatten oder Blood and Sand der auch dazu animiert mehrere Drinks zu trinken einfach um noch mehr Kirschen zu bekommen....

Bei unserem Vermouth Tasting im Le Lion im Februar, haben wir natürlich nicht nur über bestimmte Vermouths ihre Geschmacksknospen und Kräuter gelernt, wir haben auch erfahren was man noch alles andere mit einem roten Vermouth machen kann - ich habe mich inpirieren lassen....

Hier ist meine Rezeptur für frische eingelegte Manhatten Kirschen:

500 ml Shochu
100 ml Kirschsaft
3 Sternanis crushed
100 ml Muskovadozucker
1000 ml Noilly Prat Rouge
1000 gr Kirschen

Ich rate im diesem Falle sehr stark zu Noilly Prat Rouge, weil dieses Produkt einen stark kirschigen Hang vorweist. Sollte man zum etwas süßerem Noilly Rouge greifen, sollte man den Zuckeranteil reduzieren, natürlich ist das süßen jedem selbst überlassen.

Mit dem Genuss einer Vermuth Kirsche kann der Gast nun lebst entscheiden, wie er seinen Manhattan haben möchte....ist die Kirsche nämlich mit Vermuth vollgesaugt und er trinkt den Manhattan mit ihr zusammen, entsteht ein neues Geschmackserlebnis....

Sonntag, 10. Mai 2009

Summer Drinks 2009 - Heute - "Mary Pickford"

Der Royal Bermuda Yacht Club ist wahrlich ein köstlicher Drink, der mit diversen Rum Klassikern wie dem Mai Tai, dem Dark & Stormy oder Daiquiri mithalten kann! Da schon so viel über diesen erfrischenden und harmonischen Drink geschrieben wurde verweise ich gerne auf "Oh Gosh"
In der Shochu Bar haben wir viele Gäste die zu regelrechten Royal Bermuda Yacht Club Fans geworden sind. Natürlich ist der Mai Tai oder ein eiskalter Ti Punch eine wilkommene alternative. Bei meiner Reserche nach einem eher unbekannten Drink, den man nicht überall bekommen kann und die Qualität einer Bar unterstreichen kann bin ich dann letztendlich auf den "Mary Pickford" Cocktail gestoßen....Ein wahrhafter "Everybody's Darling"!

Mary Pickford (* 8. April 1892 in Toronto, Kanada; † 29. Mai 1979 in Santa Monica, Kalifornien; gebürtig Gladys Louise Smith) war eine kanadische Schauspielerin der Stumm- und frühen Tonfilmzeit. mehr zu Mary Pickford auf Wikipedia.

Bei dem Mary Pickford ist es wichtig frische Zutaten zu benutzen, einen würzigen Rum, einen nicht zu süßen Maraschino und einen fruchtigen Grenadine Sirup zu verwenden. Man läuft sonst die Gefahr, den Drink schnell zu übersüßen....

Mary Pickford Cocktail

40ml Appelton VX Rum
5ml Luxardo Maraschino
5ml Giffard Grenadine
5ml frisch gepresster Limettensaft
40ml frisch gepresster Ananassaft

Gerade durch die frisch gepressten Säfte bekommt dieser Drink einen unglaublich frischen Touch, der an einen Urlaub im Süden erinnert, wo man frische, saftige und knackige Früchte an jeder Ecke kaufen und genießen kann....
Durch den Maraschino hat man einen Hauch Exotic, die Grenadine gibt dem Mary Pickford Cocktail eine leicht rosa Farbe, die auf ein völlig anderes Trinkerlebnis schließen lässt....

Sollte eine Zentrifuge nicht zur Hand sein, rate ich eine frische Ananas in kleine Stücke zu schneiden mit ein wenig Ananassaft dazu in den Mixer zu pürieren. Den Knost in der Mitte vorher entfernen, da dieser durch seine bittere und herbe Note das fruchtige Erlebnis einschmälern könnte.

Wer beim Genuss dieses Drinkes ein paar Impressionen von Mary Pickford zu erhaschen interessiert ist....hier ist Katie Meluha's Homage an eine große Künstlerin der 30er jahre:

Mary Pickford - Katie Melua