Heute möchte ich Euch zu einer kleinen Runde durch Edinburgh einladen. Die 2 Stunden Flug mit Easy Jet von München aus hätte ich schon viel früher in Kauf nehmen sollen, Edinburgh ist wirklich eine sehr charmante Stadt. Seine Sammlergier kann man hier zur Genüge befriedigen. Unzählige Antiquariate mit Büchern und was unsere Herzen sonst noch so höher schlägen lässt. Flüssiges für den Heimbedarf bekommt man bestens sortiert bei "Royal Mile Whiskies" direkt an der Royal Mile, die hoch zum Schloss führt.
Eine der ersten nennenswerten Bars war das "Monteith's" (61 High Street).
Sehr schön und mit viel Designklassikern ausgestattet bekommt man hier von einem sehr jungen, freundlichen und fachlich sehr professionellem Team ausgefallene Eigenkreationen serviert. Neben einer eigenen Sazerac-Interpretation im Super-Brandy-Ballon und einer Julep-Variante mit dunklem Mascovado Zucker, Minze, Pflaume (gemuddlet) und Buffalo Trace Bourbon mit Peach Brandy getoppt hatten wir einen sehr interessanten weiteren Drink:
mai pen rai (you're welcome)
frischer Ingwer mit einem Rosmarinzweig muddlen
2oz Mekhong
1oz fresh lemon
0,5oz simple sirup
0,5oz D.O.M. Benedictine
shake and strain into Cocktailglass
mit Rosmarinzweig dekorieren
und noch einen sehr leckeren Drink an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnern kann. Apfelstücke wurden auf einem Teller mit braunem Zucker und einem Bunsenbrenner karamellisiert. Dann in den Shaker gegeben und gemuddlet. Scotch Whisky, frischer Zitronensaft, Eis und kräftig shaken. Fine strain in eine Cocktailschale und mit einer Zimtstange dekoriert.
Eine sehr gute Adresse mit einer unglaublich grossen Whisk(e)y Auswahl ist die Albanach Bar (High Street). Hier bekamen wir auch einen perfekten "Whisky Mac" mit Stone's Green Ginger Wine. Der 1972er (immer auf der Suche nach meinem Geburtsjahrgang!) Glenfiddich wie auch der Rest des riesigen Whisky Angebots gibt's hier zum Spotpreis. Einfachere Standard Whiskies sind hier bereits für 2 engl. Pfund zu erwerben.
Auf der George Street befindet sich neben unzähligen anderen Lokalen, Pubs, Bars und Restaurants "The Dome". Nach der freundlichen Begrüssung durch einen mit Frack und Zylinder ausgestatteten Doorman durchquert man die edle Empfangshalle und kommt in den Hauptraum, in dem einen klar wird warum das hier "The Dome" heisst.
Eine riesige goldene Kuppel wacht über der Hauptbar, die allerdings wenig einladend wirkt und mehr wie eine überdimensionale Getränkeausgabe für die darum angesiedelten Tische daher kommt. Wir verziehen uns in den dunkleren und kleineren Club Room nach nebenan und lernen einen sehr netten Kollegen aus Köln kennen, der dort an der Bar arbeitet. Mit noch mehr Tips für den weiteren Abend in der Tasche ziehen wir weiter.
Das "Bramble" on Queens Street war die absolut beste Bar die wir kennengelernt haben. Einfach, aber mit viel Liebe zum Detail eingerichtet bekommt man hier perfekt gemixte Drinks. Der Laden ist richtig voll mit einem sehr angenehmen Publikum, das auch ausschliesslich Drinks ordert. Ich habe nur wenig Bier und eigentlich gar keine alkoholfreien Getränke über den Tresen gehen sehen.
Den Laden rocken drei Mädels und ein Kerl. Alle gutaussehend, sehr freundlich und sehr, sehr fach-gebildet. Wir bekamen perfekt zubereitete Old Fashioned Varianten und Klassiker wie den "Corpse Reviver No.2" ohne zu zögern. Die Frage mit welchen Bitters, mit welcher Spirituose oder welchem Ginger Beer oder Tonic man seinen Drink haben möchte sind hier so selbstverständlich wie anderswo die Frage ob man Rotwein oder Weisswein möchte.
Zitronensaft wird a la minute zubereitet und auch der Rest der Bar ist perfekt organisiert, es ist eine wahre Freude dieses Team bei der Arbeit zu sehen. Es war auch die einzige Bar, in der wir statt "einem" Drink "vier" hatten. Gute Arbeit wird belohnt, sag ich immer.
Am Ende der Strasse findet man versteckt in einer Stadtvilla das "Hawke & Hunter". Ein Konzept das sich über drei Etagen eines wunderschönen Altbaus erstreckt. Empfangsdesk in der Lobby, 2 Restaurant Bereiche im Erdgeschoss, eine grosse Bar im ersten Stock mit gegenüberliegender Lounge die von einem Dj beschallt wird und im zweiten Stock eine reine Whisk(e)y Bar nebst Billiard Raum. Alles perfekt durchgestylt. In der Whisk(e)y Bar (wo es wirklich nichts anderes gibt) kann man in der Regel Herrn Müller begrüssen, dessen letzte Wirkungsstelle mein heissgeliebter "Rum-Trader" in Berlin war. Leider hat er sich den Fuss gebrochen und war an diesem Abend nicht da. Gute Besserung an dieser Stelle.

Natürlich ist Edinburgh auch ein Eldorado für gute Pubs. Mit am besten hat mir das "Sandy Bell's" gefallen. Urig und gut. Mit einem Tisch über den ein Schild hängt "for musicians only". Und an diesem Tisch sitzen dann auch wirklich einige Musiker und jammen Folk Songs vor sich hin. Ein sehr cooles Ambiente. Dass frische Austern zusammen mit Guinness ein besonderer und grosser Genuss sind, weiss man spätestens nach einem Besuch im "The Cafe Royal Oyster Bar" (17 West Register Street).
Andere Pubs überzeugen alleine schon anhand ihrer Namen oder wunderschönen Aussenfassaden.
Edinburgh war in jedem Moment, den ich dort verbringen durfte ein Highlight. Vom Adrenalin getrieben durch Antiquariate und Schnapsläden bis hin zum letzten Gute Nacht Guinness an der Hotelbar.